Startseite › Petition: Das Schweigen brechen - Sexuelle Gewalt in Kambodscha

Die Länderkoordinationsgruppe Kambodscha ruft alle dazu auf, sich an der Petition gegen die sexuelle Gewalt gegen Frauen in Kambodscha zu beteiligen.
Die Anzahl der Vergewaltigungen in Kambodscha nimmt seit einigen Jahren stetig zu. Polizisten und Richter müssen oft erst bestochen werden, damit sie wegen Vergewaltigung ermitteln. Oft kommt es gar nicht zur Anzeige, geschweige denn zum Verfahren. In Kambodscha misstrauen viele Frauen Polizei und Justiz grundsätzlich. In vielen Fällen fungiert die Polizei als Vermittler und versucht – außerhalb des Rechtsweges - einen finanziellen Ausgleich zwischen dem Täter und dem Opfer zu erreichen. Bedingung dabei ist, dass das Opfer seine Strafanzeige zurückzieht. Der Vermittler erhält einen Teil der Zahlung.
Vergewaltigungsopfer werden von ihrer Umgebung, häufig auch von der eigenen Familie, diskriminiert und stigmatisiert. Die Gleichgültigkeit, das Desinteresse und die Mitleidlosigkeit der Polizei, Behörden und Ärzte führen dazu, dass sich die Frauen schämen und die Schuld bei sich selbst suchen. Geeignete Einrichtungen und Gesundheitsversorgung und psychologische Betreuung für Vergewaltigungsopfer gibt es kaum.
Frauen und Mädchen in Armut sind besonders häufig von sexueller Gewalt betroffen. Sie können sich die oft sehr hohen Kosten für eine medizinische Versorgung und die Fahrt zu einer Klinik meist gar nicht leisten.
Ende 2010 wird Kambodschas neues Strafgesetzbuch in Kraft treten. Amnesty International fordert die kambodschanische Regierung auf, bei dieser Gelegenheit die unzureichende Strafverfolgung in Fällen von geschlechtsspezifischer Gewalt anzugehen. Ebenso müssen geschlechtsspezifische Vorurteile und Stereotypen verurteilt und finanzielle Hindernisse bei der Inanspruchnahme von medizinischen Leistungen beseitigt werden.
Weitere Informationen zu der laufenden Petition und das Material zur Teilnahme erhaltet Ihr bei: ai-cambodia@tavari.de